Ich bin angezogen von der Kunstform Tanz, der Beschäftigung mit dem Körper, gepaart mit nicht wissen, zweifeln, aber suchen.

Judith Hummel

Meine Arbeiten bewegen sich zwischen Tanz, Performance und bildender Kunst. Themen die mich inspirieren, betreffen Intimität, Identität, Herkunft, Erinnerung, Betrachten und Betrachtetwerden. Den Arbeiten geht eine intensive Recherche voraus, immer ist der Körper Ausgangspunkt. So verorte ich mich als Künstlerin im Bereich der Choreografie und des Tanzes, die ich als dehnbare Begriffe auffasse. Einfache, strukturierte Situationen herzustellen, die anhalten und die Möglichkeit für verschiedene Sichtweisen eröffnen. Entstanden sind performative Installationen und Publikationen. So vielseitig wie die Arbeiten ist auch mein Lebensweg, der sich von einem Studium der Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Pädagogik zur Choreografin und Tänzerin auf der Bühne, Organisatorin bis zur Shiatsu-Praktikerin bewegt.

Portrait, Filmstill: Laura Kansy, 2020

Judith Hummel zeichnet ein wacher und neugieriger Geist aus, der nicht gerne locker lässt und der gerne tief eintaucht in Recherchen zu aktuellen Arbeiten. – Heidi Schnirch, Tänzerin

PERFORMERIN / TÄNZERIN

bisher tätig für: Doris Uhlich (2020: HABITAT / München (pandemic version); Nadia Beugré (2019: Legacy, Version Munich); Sabine Glenz (2015: Der Abstand der Dinge | 2014: HANDS AND DAYS); Rosemary Butcher (2014 / 2015: Test Pieces), HUNGER&SEIDE (2016: SCHWARZ | 2015: ROT | 2014: GOLD); Louise Wagner (2012: Vermessen, KIT); Dellbrügge & deMoll (2012: Reconstructing Future); Allora & Calzadilla (2012: Revolving Door); Jérôme Bel (2011: The Show Must Go On); Xavier Le Roy & Marten Spangberg (2011: Production); Simone Forti (2012: Hangers und Huddle von 1961); Mike Kelley (2011: Test Room Containing Multiple Stimuli Known to Elicit Curiosity and Manipulatory Responses von 1999/2010); Ruth Geiersberger (2013: SoSoSoSoSo | 2011: UND JETZT); Monica Gomis (2009: A Woman with a plan | seit 2007: Teilnahme an der Laboratoryreihe Body Territories); André Lepecki (2006: Redoing of Allan Kaprows 18 Happenings in 6 Parts); El Periférico de Objetos (2007: Moby Dick – 24Stunden Lesung); Felix Ruckert (2006: UK)

STIPENDIEN / FÖRDERUNGEN

2019: Projektförderung im Bereich Tanz der LH München für Where do I come from? Walking from Romania to Germany.
2018: Förderung des BLZT zur Publikation Where do we come from? On Rosemary Butcher (1947-2016) / 140 pages
2017: Arbeits- und Fortbildungsstipendium im Bereich Tanz der LH München für Where do we come from? On Rosemary Butcher (1947-2016)
03/2015: Arbeits- und Fortbildungsstipendium im Bereich Tanz der LH München für Recherche zum Material Ast und Fell in Relation mit divergierenden Körperlichkeiten.
09/2013: Debütförderung im Bereich Tanz der LH München für AKT tracing, remembering, finding poses from Venus, Olympia and us.
12/2012–04/2013: Arbeits- und Fortbildungsstipendium im Bereich Tanz der LH München für Life-Model-Project (AT).
10/2007: EXPLORATIONEN 07, PACT Zollverein, Essen

ASSISTENZEN

für: Frau Prof. Dr. Katja Schneider und Simone Sandroni (2010: Rediscovering Concepts); Martin Nachbar (2007: Looking for Johnny, PVC/Stadttheater Freiburg); Anouk van Dijk (2005: HEADS, Amsterdam)

WORKSHOPS / FORTBILDUNGEN

bei: Mette Ingvartsen (2020), Kirstie Simson (2019), Bettina Neuhaus / Skinner Release Technik (2018), Siobhan Davies (2017), Charlie Morrissey (2018 | 2016), Jörg Hassmann und Daniel Werner (2018 | 2016), Lisbeth Gruwez + Maarten van Cauwenberghe (2015), Lilia Mestre & Davis Freeman (2013), Beatriz Fernandez (2012), Xavier Le Roy (2012), Pau Faus (2011), Martin Nachbar (2015 | 2010), Lilia Mestre (2009), Oleg Soulimenko (2008), Thomas Lehmen (2008), Carmelo Salazar (2008), João Fiadeiro (2007), DD Dorviller (2007), Miguel Pereira (2007), Nik Haffner (2007), Jonathan Burrows (2006), Felix Ruckert (2006), Deufert + Plischke (2006), Nathalie Le Corre und Philippe Asselin (2006), Rick Kam (2003 | 2004), Amanda Miller (2004), Hideto Heshiki (2003)

Presse

Solche Marker sind zentral für ihre Arbeit als Choreografin, die 2014 mit »AKT tracing, remembering, finding poses from Venus, Olympia and us« begann – einer hochkonzentrierten und kunsttheoretisch versierten Wanderung mittels Akt-Posen durch die Kulturgeschichte. Marker wie der nackte Körper, die rote Decke – oder der Futtermaissack, mit dem Mutter und Tochter im Köşk auch live hätten »umgehen« wollen. Nicht unbedingt das, was man gemeinhin unter Tanz versteht. Judith Hummel schon. »Der Umgang mit Dingen hat für mich etwas Choreografisches«, die »Zeitlichkeit« von Abläufen wie das Verteilen von Mais, »der die Felder symbolisiert, durch die wir gegangen sind und der eine der Lebensgrundlagen meiner Großeltern ausgemacht hat«, das Reiben von Ziegelsteinen, um das »Paprikapulver« zu gewinnen, mit dem die Großmutter als Kind in ihrem Kaufladen spielte. – Sabine Leucht, Münchner Feuilleton, April 2020

Langjährige und regelmäßige Kollaborationen

Heidi Schnirch (Tänzerin)
Ruth Geiersberger (Regisseurin, Sprecherin und Performerin)
Klaus Janek (Musiker)
Stephanie Roderer (Grafikerin)
Ulrike Wörner von Faßmann (Dramaturgin)
Charlotte Marr (Lichtgestalterin)
Katrin Schmid (Designerin)
Sabine Glenz (Choreografin)
Anna Donderer, Rat&Tat Kulturbüro (Produktionsleiterin)
Judith Hummel ist seit 2015 Mitglied des Tanztendenz München e.V.

VITA

* 1982 in Freiburg im Breisgau
seit 2009: freiberufliche Arbeit im Bereich zeitgenössischer Tanz, Choreografie und Performance
2016–2018: Grundausbildung am Europäischen Shiatsu Institut, München
seit 2015: Mitglied des Tanztendenz München e.V.
2003–2008: Magisterstudium der Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Pädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität, München. Thema der Magisterarbeit: „Spuren(-lesen) in der zeitgenössischen Choreografie. Am Beispiel von Martin Nachbars «Verdeckte Ermittlung» und João Fiadeiros Methode der «Komposition in Realzeit»“
2006–2010: Fortbildung und Assistenzarbeit für Tanz und Schule e.V., München
2005: Teilnahme am „Intensive Course“ an der School for New Dance Development, Amsterdam

CHOREOGRAFISCHE ARBEITEN

10/2020: Wo komme ich her? Gehen – von Rumänien nach Deutschland Etappe 1 Săcălaz – Szeged. Der Film. Premiere: 28.10. RODEO Festival  2020 – BAUSTELLE UTOPIA.
seit 03/2019: Wo komme ich her? Gehen – von Rumänien nach Deutschland Etappe 1 Săcălaz – Szeged. Eine Live-Installation. In Zusammenarbeit mit dem Team. Premiere: 03/2020 im KÖSK, München. Wurde abgesagt aufgrund von Corona.
06/2015: PAPIERDIALOGE // NKP100/125/150 – live Installation mit Bewegung und Klang. In Zusammenarbeit mit Heidi Schnirch (Tanz) und Lorenz Schuster (Live-Elektronik). Staatsoper im Schiller Theater Werkstatt, Berlin.
02/2016: WA und Neubearbeitung im schwere reiter, München.
In Zusammenarbeit mit Roberto Duarte (Live-Video), Charlotte Marr (Licht), Heidi Schnirch (Tanz), Lorenz Schuster (Live-Elektronik).
07/2014: Debüt AKT tracing, remembering, finding poses from Venus, Olympia and us, Galerie der Künstler, München
10/2016: WA beim RODEO Festival in der HALLE 6, München
2011–2016: art-in research Forschungsreihe zur Wechselbeziehung von Bewegung und Klang. In Zusammenarbeit mit Heidi Schnirch, Klaus Janek und Gästen. schwere reiter, München

Judith Hummels Arbeit ist geprägt von einer tiefgründigen Sorgfalt und großem Respekt – gegenüber dem gewählten Thema und gegenüber den Menschen, die mit ihr arbeiten. – Ulrike Wörner von Faßmann, Dramaturgin

Porträtfoto (oben): Laura Kansy, 2020
Portraitfoto (unten rechts): Steffen Düvel, 2018
Bühnenfoto (links): Franz Kimmel von „Hands & Days“, Sabine Glenz
Bühnenfoto (rechts): Hannes Rohrer von „Schwarz“, Hunger&Seide

KONTAKT

Judith Hummel
Performance, Tanz, Choreografie
Westendstraße 51
80339 München
T. 0177 / 5514378
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